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Wie werden Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger ausgewählt?

Der durchschnittliche Nobelpreisträger ist 61 Jahre, ein Frühlingskind, männlich, verheiratet, US-Amerikaner, stets perfekt rasiert und trägt keine Brille.

September – Oktober

Das Nobel-Komitee versendet circa 3.000 Nominierungsformulare an ausgewählte anonyme Personen. Als ständige Nominatoren und Nominatorinnen gehören alle bisherigen Nobelpreisträger und Nobelpreisträgerinnen und die jeweiligen Fakultäten aller skandinavischen Universitäten. Hinzu kommen jedes Jahr mindestens sechs wissenschaftliche Institutionen in der ganzen Welt sowie geeignete Einzelpersonen.

Gemäß den Statuten der Nobel-Stiftung werden Informationen über Nominierte und Nominierende sowie diesbezügliche Meinungen und Untersuchungen seitens des Komitees für einen Zeitraum von 50 Jahren unter Verschluss gehalten. Das Verfahren gilt als überholt und intransparent, da es jegliche Nachvollziehbarkeit unmöglich macht.

Februar

In der Regel werden circa 300 Namen als nobelpreiswürdig ins Spiel gebracht.

Neben der Beschränkung auf lebende Preisträgerinnen und der maximalen Anzahl von 3 Preisträgern pro prämierter Leistung, gilt die Vorschrift, dass die Leistung vorher publiziert worden sein muss. Der durchschnittliche Nobelpreiskandidat ist: 61 Jahre alt, weiß und männlich und lehrt an einer renommierten amerikanischen Universität.

März – Mai

Eine Kandidatenliste wird an Experten und Expertinnen aus den einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen übersandt, die die Arbeit der möglichen Preisträger und Preisträgerinnen beurteilen. Vor allem skandinavische, aber auch ausländische Fachleute werden im Gutachten gebeten.

Durchschnittlich dauert es 15 Jahre, bis eine bedeutende Entdeckung mit dem Nobelpreis gekürt wird. Alfred Nobel sah mit seinem Testament jedoch vor, dass die wissenschaftlichen Leistungen aus dem vorhergehenden Jahr zu würdigen seien. Dies verhindert schon der lange Nominierungsprozess.

Juni – August

Experten und Expertinnen verfassen einen Bericht mit Empfehlungen für nobelpreiswürdige Kandidatinnen und Kandidaten.

Bei der Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten setzt das Nobel-Komitee in der Regel nicht auf unbekannte, geschweige denn umstrittene Namen. Die Auswahl ist eher konservativ und wenig risikobereit. Dies spiegelt auch wieder, wie lange es dauert, bis wissenschaftliche Erkenntnisse tatsächlich akzeptiert werden, auch wenn es sich um Jahrhunderterkenntnisse handelt.

September

Nobel-Komitee übergibt Bericht mit Empfehlungen über die finale Auswahl der Kandidaten und Kandidatinnen an die schwedische Akademie der Wissenschaften beziehungsweise an die Nobel-Stiftung.

Manchmal kann eine Leistung auch nicht mehr ausgezeichnet werden, weil der potentielle Preisträger schon verstorben ist.

Oktober

Mittels Mehrheitswahlrecht wird über die Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger entschieden. Die Nobel-Statuten sehen vor, dass ein Preis nicht an mehr als 2-3 Personen pro Kategorie vergeben werden kann.

 

>The rule of three also reinforces the idea that science is carried out by a handful of geniuses, toiling themselves in ivory towers. If that was ever true, it isn´t now […] Big science, complicates machines and papers with half a dozen authors or more are now the rule rather than the exception in many disciplines, and that trend will only intensify as science becomes both more specialized and more collaborative.<

Dezember

Die Preisverleihung findet jedes Jahr am 10. Dezember statt.

Preise: 573 Preise an 900 Laureaten

Preiskategorien: 6

Ausgezeichnete Frauen: 48

Ausgezeichnete Institutionen: 23

Mehrfach Nobelpreisträger: 6

Durchschnittsalter eines Laureaten: 61

Alter des jüngsten Laureaten: 17

Alter des ältesten Laureaten: 90