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AN/AUS

Das Lichtmikroskop ermöglicht seit seiner Erfindung im 17. Jahrhundert neue Sichtweisen auf Kleinstlebewesen. Es erlaubte erstmals, Dinge und Details zu sehen, die für das menschliche Auge im Bereich des Unscharfen oder Unsichtbaren liegen – doch nicht unbegrenzt. Der Physiker Ernst Abbe konnte 1873 zeigen, dass dem Auflösungsvermögen in der Lichtmikroskopie durch die Wellenlänge des sichtbaren Lichts eine absolute Grenze gesetzt ist. Strukturen oder Details, die enger als 200 Nanometer zusammenliegen, erscheinen verschwommen. Die Auflösungsgrenze galt seither als unüberwindlich, bis Stefan Hell mit der STED-Mikroskopie theoretisch und experimentell das Gegenteil bewies. Das STED-Verfahren überwand als erstes radikal diese Grenze, durch das An- und Ausschalten von Molekülen als Grundprinzip. Der Nobelpreis für Chemie 2014 würdigt eben dieses Verschieben wissenschaftlicher Erkenntnisbarrieren und die Fortschritte in der superauflösenden Fluoreszenzmikroskopie.