Beobachten, Notieren, Vorbereiten – Lichtenbergs „Sudelbücher“
„Die Kaufleute haben ihr Waste book (Sudelbuch, Klitterbuch glaube ich im Deutschen), darin tragen sie von Tag zu Tag alles ein was sie verkaufen und kaufen, alles durch einander ohne Ordnung […].“ (E 46) Lichtenbergs sogenannte „Sudelbücher“ erfüllen für ihn die Funktion von Notiz-, Arbeits- und Merkheften: In ihnen hält er alles fest, was er für eine spätere Verwendung (in Briefen, Aufsätzen, Vorlesungen usw.) für nützlich hält. Neben wissenschaftlichen, philosophischen und literarischen Notizen (einige davon postum als „Aphorismen“ bezeichnet) finden sich hier auch profane Zeugnisse aus Lichtenbergs Alltag: Abrechnungen über Bierlieferungen, Anmerkungen zu Experimenten, kleine Zeichnungen usw. Seine Notizbücher betitelt Lichtenberg mit fortlaufenden Buchstaben, 1799 ist er bei „L“ angelangt.
Observing, Recording, Preparing: Lichtenberg’s “Waste Books”
“Merchants and traders have a waste book (Sudelbuch, Klitterbuch in German I believe) in which they enter daily everything they purchase and sell, messily, without order […].” (E 46) Lichtenberg’s so-called “Waste Books” functioned as a notebook, workbook, and planner: He wrote down everything he considered useful for later purposes (letters, essays, lectures, etc.). In addition to scientific, philosophical, and literary notes (some of which were later called “aphorisms”), they also contain mundane documentations of Lichtenberg’s everyday life: invoices for beer deliveries, notes on experiments, small drawings, etc. Lichtenberg titled his notebooks with a continuous series of letters ending in 1799 with “L”.