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4.8 Lichtenberg, die Juden und Lavater

Lichtenberg, die Juden und Lavater
Lichtenberg, the Jews, and Lavater


Lichtenbergs aufgeklärte Abneigung gegenüber voreiligen Urteilen und ungeprüften Spekulationen bewahrt ihn nicht davor, gelegentlich die seinerzeit vorherrschenden judenfeindlichen Klischees zu adoptieren, statt sich von ihnen zu lösen. Dies belegen abfällige Urteile und satirische Seitenhiebe in seinen Sudelbüchern und Aufsätzen. In der Auseinandersetzung mit dem Schweizer Theologen Johann Caspar Lavater und den sogenannten „Physiognomen“ setzt Lichtenberg hingegen bekannte Vorurteile gegenüber Juden als satirische Spitzen ein. Außerdem unterhält er rege Geschäftsbeziehungen zu dem Göttinger Schutzjuden Moses Gumprecht und fördert jüdische Studenten wie Theodor Salomon Anschel.

Lichtenberg’s enlightened aversion to premature judgement and unexamined speculation did not prevent him from occasionally adopting prevailing anti-Semitic stereotypes instead of distancing himself from them. This can be seen from the disparaging judgements and satirical digs in his Waste Books and essays. In the confrontation with the Swiss theologian Johann Caspar Lavater and the “physiognomists”, Lichtenberg in contrast used well – known resentments against Jews to make satirical points. He also maintained lively business relations with the protected Göttingen Jew Moses Gumprecht and supported Jewish students such as Theodor Salomon Anschel.