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Lichtenberg Ausstellung

2. Wissensinstitutionen

Für die Vermittlung und Zirkulation von Wissen und die Diskussion unter Gelehrten und zwischen Fachleuten und interessierten Laien über neue Erkenntnisse eröffnet das 18. Jahrhundert weite Möglichkeitsräume: Wissenschaftliche Zeitschriften und Monatsmagazine (gelehrte Journale), Gelehrtengesellschaften oder Sozietäten, Akademien, Bibliotheken und Universitäten ermöglichen und befördern die Produktion von und den Austausch über Wissen.
Lichtenberg ist ein aktiver Teilnehmer dieses Kommunikationssystems: Er wird Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften und pflegt über diese Verbindungen hinaus einen regen Austausch mit anderen Gelehrten. Er scheut aber auch nicht den Kontakt zu sogenannten ‚Dilettanten‘, also Privatleuten, die Wissenschaft aus Liebhaberei und Interesse neben ihrem eigentlichen Beruf betreiben. Lichtenbergs Ansicht nach bringen es gerade diese ‚Dilettanten‘ „gemeiniglich weiter in diesen Dingen, als wir Taglöhner“ (Bw 2, Nr. 927).
Dabei ist Lichtenberg Netzwerker und Förderer, Diskussionsbeiträger und konstruktiver Kritiker zugleich, gelegentlich auch polemischer Kämpfer gegen verbreitete Irrtümer. Als Herausgeber und Autor ist er ‚praktizierender Aufklärer‘ für alle Interessierten, als Professor an der Georgia Augusta trägt er maßgeblich zu einer allgemein verständlichen Vermittlung von Naturphilosophie und Physik bei – und betreibt so nicht zuletzt auch Werbung für die noch junge Göttinger Universität.


Institutions of Knowledge
The eighteenth century opened vast possibilities for the dissemination and circulation of knowledge and discussions among scholars and between experts and the interested public on new knowledge: Scientific journals and monthlymagazines (scholarly journals), scholarly groups and societies, academies, libraries, and universities enabled and promoted the production and exchange of knowledge.
Lichtenberg participated actively in this system of communication: He became a member of numerous scientific societies and maintained a lively exchange with other scholars through these connections. However, he also did not shy away from contact with so-called ‘dilettantes’, or private individuals who pursued science out of love and interest alongside their real profession. In Lichtenberg’s opinion, such ‘dilettantes’ “commonly make greater advancements in these things than we day labourers” (Bw 2, No. 927).
Lichtenberg was simultaneously a networker, supporter, interlocutor, constructive critic, and occasionally also polemical combatant of widespread misapprehensions. As an editor and author, he was a ‘practitioner of enlightenment’ for those who were interested; as a professor at Georgia Augusta, he contributed significantly to making natural philosophy and physics understandable to the general public – thereby also promoting the University of Göttingen, which was still young at the time.